Chorgemeinschaft

Probenzeiten:

mittwochs von 19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Pfarrsaal St. Peter, Simarplatz 21

Leitung: Dominik Tukaj
Kontakt: tukaj @ seelsorgebereich-ehrenfeld.de

Aufgrund der COVID-Auflagen dürfen aktuell nur vollständig geimpfte Personen mitsingen.

Aktuelles Programm:

  • Adventliche Motetten
    für den Evensong am Fr, 03.12.2021 um 19.30 Uhr in St. Peter

  • W. A. Mozart: Spatzenmesse KV 220
    für die Festmesse am 1. Weihnachtstag

Frühlingsanfang 1928
Der Grundstein für die Kirche St. Barbara nahe dem Takuplatz wird gelegt. Raum für eine katholische Pfarrgemeinde, die einmal geistliches wie geistiges Zentrum für dieses Viertel werden soll, Ort gerade auch für die Kirchenmusik.

Sommeranfang 1928 
Der Kirchenchor St. Barbara gründet sich mit 29 Mitgliedern, nur Männer, Leiter bis 1934, der Lehrer Hermann Bürger.

Winter 1928 9. Dezember
 
Die Kirche St. Barbara wird eingeweiht. Nicht nur wir Heutige sind – bisweilen – schnell.

1934
Der Kirchenmusiker Johannes Grewelding, seit 1930 hier Organist, übernimmt die Leitung des Chores, der sich nun in einen “Gemischten Chor” umwandelt. Gleichzeitig erfolgt die Gründung einer Choralschola, die bis heute existiert. Damals bereits, – die kirchenmusikalische Ökumene ist erst schwach entwickelt -, widmet sich der Chor unter Grewelding intensiv der Musik J.S. Bachs, durchaus in Harmonie mit der “Römischen Schule”: Palestrina, di Lasso, Hassler. Die damals noch nicht selbstverständliche Pflege von Orchester-/Chormusik in einer katholischen Pfarrkirche wird bald aufgenommen, u. a. mit Mozarts D-Dur Messe, Beethovens Messe in B-Dur und Schuberts G-Dur-Messe.

Warum dies alles hier?  Es sind Zeichen für die bis heute lebendige Wagnisbereitschaft der Chorgemeinschaft St. Barbara, zugleich Weichenstellung bis in die Gegenwart hinein.

1946
In Ruinen wieder versammelt, wandelt sich der Chor von einem vorstandsgeführten Verein in eine “freie” Chorgemeinschaft um. Dem Neuen ist die Gemeinschaft bis heute aufgeschlossen und gerade auch neuen Sängerinnen und Sängern. Ihnen! In der unmittelbaren Nachkriegszeit: Hinwendung auch zur musikalischen Moderne, insbesondere zur so genannten Kölner Schule: Lemacher, Schröder. Rundfunkarbeit: 14 Jahre lang Zusammenarbeit mit dem von Grewelding geleiteten Gregorius-Chor des WDR, vormals NWDR.

1969
Nach 35 Jahren Tätigkeit tritt Grewelding in den Ruhestand. Von 1970-1972 leitet Kantor Riepen den Chor.

1973 – 2015
Der aus Schmidtheim in der Eifel stammende Wolfgang Krumpen leitet die Chorgemeinschaft über 42 Jahre und ist damit der am längsten hier wirkende Kirchenmusiker. Er hat die Chormusik in unserem Seelsorgebereich nachhaltig geprägt.  Es sei daher an dieser Stelle gestattet, etwas ausführlicher den Blick auf sein musikalisches Schaffen zu richten.  Der Chor, der damals wie heute rund 40 Mitglieder zählt, lernt in seiner Zeit seine Begeisterungsfähigkeit zu schätzen.  Nährboden auch für den Fastelovend, der bei uns bis heute ausgelassen gefeiert wird: Jan-Peter Fröhlich, Mitbegründer der HÖHNER, ist in seiner musikalischen Jugend Mitglied von Knabenschola und Chorgemeinschaft. Die von ihm komponierte “1. Ehrenfelder Jazzmesse” kommt in St. Barbara zur Uraufführung.

Unter Krumpen öffnete sich die Chorgemeinschaft für projektbezogene Kooperationen mit anderen Chören, die teils über ein Jahrzehnt hinweg währen. So u.a. mit dem Kirchenchor St. Rochus, Köln-Ossendorf, damals unter Anton Zimmermann. Das gesamte doppelchörige Motetten-Werk J.S. Bachs wird erarbeitet und erklingt u.a. in den Kölner Romanischen Kirchen und im Hohen Dom. Gemeinsam mit diesem Nachbarchor hatte der Chor die Ehre, beim ersten Papstbesuch seit Jahrhunderten in Deutschland im November 1980 den Empfang von Johannes Paul dem II auf dem Butzweilerhof vor Hunderttausenden musikalisch zu gestalten. Später kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor St. Engelbert, Köln-Riehl, damals unter Hans-Jakob Grewelding,

Zuletzt wurden unter Krumpen große Adventskonzerte mit dem Kirchenchor St. Hubertus, Köln-Neu-Brück unter der Leitung von Andreas Bierz, aufgeführt.

Parallel dazu installierte Krumpen einen Projektchor in St. Barbara, der neue, insbesondere junge Stimmen, erreichte, ohne die die großen   Adventskonzerte in der dann übervollen Kirche St. Barbara und anderswo nicht mehr möglich gewesen wären. Orchestral wurde der Chor dabei über fast drei Jahrzehnte lang vom „Akademischen Orchester Bonn“ begleitet.

Durch die Zusammenarbeit mit dem von Krumpen geleiteten Gospelchor weitete sich das musikalische Spektrum abermals aus.

Mit „Saiten/Frauen/Seiten“ und „Leidenschaften“ wagte sich Krumpen schließlich erfolgreich im neuen Jahrtausend an Kunstprojekte im Kirchenraum. Ein absolutes Novum bis dahin. Auch hier unter Mitwirkung der Chorgemeinschaft.

Dies alles ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Krumpens musikalischem Schaffen. Er zeigt aber deutlich, wie vielseitig und prägend seine Leistungen hier waren. Auch heute noch ist er der Gemeinde St. Barbara stark verbunden, in dem er alljährlich, gemeinsam mit einem Team und vielen Musikern im Advent, die „Ihrefelder Weihnacht“ einem großen und begeisterten Publikum an zwei Tagen zu Gehör bringt.

2016 – Juni 2018
Der aus Rheinland-Pfalz stammende Kirchenmusiker Peter Schnur übernimmt die Chorgemeinschaft. In seine Zeit fällt u.a. die Aufführung von Faurés „Requiem“ sowie einer von der Chorgemeinschaft musikalisch gestalteten Messe für den Deutschlandfunk.

Sommer 2018 – April 2019
Pfarrer Bergenthal, neuer Pfarrvikar, kommt der Bitte nach, während der Vakanz der Kirchenmusikerstelle, die Leitung der Chöre im Seelsorgebereich zu übernehmen.  Dabei gelingt es ihm, einen harten Kern von 40 Sängerinnen und Sängern aus den bisherigen Chören (Kirchenchor, Gospelchor und Projektchor) um sich zu sammeln.  Durch seine musikalische Vorbildung findet er sich hier schnell zurecht. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön für Herrn Bergenthals Unterstützung!

Mai-2019 bis heute
Seit dem 01.05.2019 ist Dominik Tukaj, ein junger Kirchenmusiker aus Neuss, der musikalische Leiter im Seelsorgebereich. Mit Projekten wie der „Pizza & Orgel Nacht“ oder auch dem „Festival of Nine Lessons and Carols“ hat er bereits erste musikalische Akzente gesetzt. Der zuvor von Herrn Bergenthal als Interimslösung zusammengeführte Chor aus Chorgemeinschaft (Kirchenchor), Gospelchor und Projektchor wird dabei wieder auseinandergetrennt und als Chorgemeinschaft und Gospelchor fortgeführt. Im Zuge des sich stark vergrößernden Seelsorgebereichs und der damit wachsenden Aufgaben auch für die Kirchenmusiker, muss die Weiterführung des Projektchores aufgegeben werden. Die Sängerinnen und Sänger finden dabei zum Teil jedoch eine neue Heimat im Gospelchor oder der Chorgemeinschaft.

 

Text: Dieter Behner